KenFM im Gespräch mit: Dirk C. Fleck ("Feuer am Fuß")

  • Veröffentlicht vor 4 Monats in der Kategorie Politik & Hintergründe

    „Wir gehen mit dieser Welt um, als hätten wir noch eine zweite im Kofferraum.“nnDiese Metapher die den Umgang der Spezies Mensch mit seiner Umwelt beschreibt be

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    „Wir gehen mit dieser Welt um, als hätten wir noch eine zweite im Kofferraum.“nnDiese Metapher die den Umgang der Spezies Mensch mit seiner Umwelt beschreibt beinhaltet gleich zwei wesentliche Defizite.nnErstens: Wer glaubt, sich die Erde ohne Rücksicht auf Verluste Untertan machen zu können, überschätzt die eigene Existenz als Baustein des Ökosystems enorm.

    Der Mensch braucht die Natur, die Natur aber kann auf den Manchen verzichten.

    Der Mensch neigt dazu, alles in seiner Umgebung einem anthropozentrischen Weltbild unterzuordnen.

    Der Mensch als Mittelpunkt von Allem.

    Diese Spezies geht in der Mehrzahl davon aus, Urknall und Schöpfung hätten nur stattgefunden, um den Menschen als Krone der Schöpfung entstehen zu lassen.

    nnZweitens: Der Mensch hat sich mit der Industrialisierung derart von der Natur entfernt, dass sämtliche Metaphern, die er benutzt, um die Natur als Verbrauchsgut zu beschreiben, dieser Sicht zum Opfer gefallen sind.

    Die menschliche Sprache ist längst beherrscht von unnatürlichen Begriffen, mit denen Menschen untereinander über die Natur sprechen.

    „Kofferraum“ ist so ein Wort.

    Die Natur kennt keinen Kofferraum.

    Die Natur fährt auch nicht Auto.

    Die Natur ist hochmobil und hochflexibel, ohne dafür Verbrennungsmotoren oder Telekommunikation einsetzen zu müssen.

    nWesentlich aber ist: Die Natur produziert kein Gramm Abfall.

    Die Natur recycelt nicht im Nachhinein, da sie nicht in Kategorien wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft denkt.

    Die Natur denkt auch nicht in dem Sinne, wie es das Naturprodukt Mensch tut.

    Daher macht die Natur auch keinen Denkfehler.

    nnDirk C.

    Fleck war den größten Teil seines Lebens ein klassischer Journalist.

    Er schrieb für die ganz großen Zeitungen und Magazine und kann von sich behaupten, bereits in seiner Jugend in Redaktionen gearbeitet zu haben, bei denen nHeinrich Böll, Wolfgang Neuss oder Günter Grass zu den Blattmachern gehörten.

    Diese Tatsache prägt ihn bis heute.nnAls man den Reporter Fleck 1994 nach Ruanda schicken wollte, damit er sich dort, stellvertretend für den Leser, ein Bild des Massakers zwischen Hutu und Tutsi machen möge - Völkermord in seiner brutalsten Form, ausgeführt mit Macheten, die über Kredite aus dem Westen finanziert worden waren - schmiss der Mann hin und „floh“ in die noch immer Hippie-Hochburg Kalifornien.

    Im Anschluss wurde Fleck Romanautor.

    Kern seiner Werke ist der Untergang der Menschheit, die es bis heute nicht gelernt hat, MIT der Natur zu leben.nnJean Ziegler, UNO-Mitglied und Menschenrechtsaktivist, nannte „Das Tahiti-Projekt“, Flecks erstes Buch der jetzt abgeschlossenen Öko-Trilogie, „ein Buch der Hoffnung“.nnUnterbrochen wurde die Serie z.B.

    durch sein Sachbuch „Die vierte Macht - Spitzenjournalisten zu ihrer Verantwortung in Krisenzeiten“, zu dem KenFM Fleck das erste mal vor der Kamera hatte.nnMit „Feuer am Fuß“ liegt jetzt das aktuelle Werk des Hamburgers vor.

    KenFM bezeichnete Fleck immer wieder als Armageddon-Autor, da er es konsequent vermeidet, der Menschheit Honig ums Maul zu schmieren, wenn es darum geht, ihn auf seine alles zerstörende Lebensweise hinzuweisen.

    Ohne Wenn und Aber.nnDoch es gibt auch Hoffnung.

    Fleck versteht sich wie der Ex-Industrielle Douglas Tompkins, der dieser Tage starb, als Mahner.

    Wenn der Mensch als Spezies überleben will, muss er lernen, als Spezies zu denken.

    Er muss sich als Teil der Natur begreifen, nicht als deren Boss.

    nnIm aktuellen Roman „Feuer am Fuss“ rechnet Fleck gnadenlos mit unserer „Zivilisation“, unserem Wirtschaftssystem und seinen Vertreten ab.

    Fleck rechnet mit uns ab.

    Wir alle sind Teil dieser Maschine.

    Wir füttern ihr zerstörerisches Tun, indem wir uns in Passivität oder Konsum geflüchtet haben.

    „Feuer am Fuss“ ist das Wandern über verbrannte Erde.nnDas über 90-minütige Gespräch stellt ein Novum in den bisherigen „KenFM im Gespräch“-Interviews dar.

    Über die gesamte Distanz konfrontieren wir Fleck mit Zitaten aus „Feuer am Fuss“.

    Wir lassen die Figuren des Romans sprechen.nnDas Ergebnis ist aus unserer Sicht eher wie eine Diagnose zu sehen.

    Eine Diagnose, die ein Patient bekommt, der nur wegen eines leichten Hustens zum Arzt ging und wenig später am Telefon mit dem Befund Lungenkrebs konfrontiert wird.nnDas Buch hat es in sich.

    Das Gespräch ebenfalls.nDirk C.

    Fleck wird darüber hinaus Gast der dritten Ausgabe von Positionen sein.

    Die hier vorliegende Begegnung kann als Vorbereitung auf diesen Auftritt gesehen werden.nnnwww.kenfm.denhttp://www.facebook.com/KenFM.denhttp://www.twitter.com/TeamKenFMnhttp://kenfm.de/unterstutze-kenfm

  • kenfm im gespräch mit: dirk c fleck "feuer fuß"
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