STANDPUNKTE • Das hat nichts mit unseren Medienmachern zu tun?

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    Von Khola Maryam Hübsch.
    Nach islamistischen Terroranschlägen wird von Muslimen gefordert, selbstkritisch zu sein. Es ist nun an Zeit zu fragen, was Medienschaffende mit dem Massaker in Neuseeland zu tun haben.
    Es ist eine kleine Geste und doch berührt sie dieser Tage auf besondere Weise. Vor der Ahmadiyya-Moschee in Frankfurt hat jemand einen Strauß Blumen abgelegt, daneben eine Kerze angezündet auf der steht: Wir stehen zusammen. Ein christliches Kreuz, ein Herz und ein Halbmond rahmen den Schriftzug. Auf einmal geht es. Muslime gehören dazu, sind im „Wir“ ausdrücklich mitgemeint. Wenn das grausame Massaker in Christchurch eines deutlich gemacht hat, dann dies: Dass die Trennlinie nicht zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen verläuft, sondern zwischen menschenverachtenden Ideologen auf der einen Seite und empathiefähigen Humanisten auf der anderen.
    Es ist ein brüchiges „Wir-Gefühl“, das da beschworen wird. Denn über weiße Terroristen wird anders berichtet, als über muslimisch-stämmige. In England bemüht ein großes Boulevardblatt die Familiengeschichte der Massenmörder; menschelnd wird vom am Krebs verstorbenen Vater des blonden Täters erzählt. Solche Stories verbreiten Informationen, die für die Nachricht nicht relevant sind, sie sind damit nicht einfach neutral. Es sind indirekte Relativierungen, die einem barbarischen Akt ein menschliches Antlitz zu geben suchen. Obwohl keine tragische, noch so traumatisierende Biografie eine Erklärung sein kann für einen Terroranschlag, wird hier doch ein Frame gezeichnet, der suggeriert: Die Tat ist der individuellen, schweren Vorgeschichte einzelner Akteure geschuldet, die emotional vorbelastet in falsche Milieus geraten sind. Diese Art der Rahmung, das Narrativ des verblendeten, durchgeknallten, psychisch Kranken, der ein lone wolf, ein Einzeltäter ist, ist nicht neu.
    Ob es um den Norweger Anders Breivik oder den Münchener Attentäter von 2016 ging: Sie galten zunächst als Amokläufer ohne politisches Motiv. Es gibt vielleicht keine einheitliche Organisation, der sie angehören, doch was sie sehr wohl vereint ist eine globale, neofaschistische Ideologie: Der Rassismus derjenigen, die den weißen Menschen für überlegen halten und sich im Krieg gegen die vermeintliche Unterwanderung durch den Islam wähnen.
    Es ist ein Krieg, der von Extremisten auf beiden Seiten befeuert wird, indem dem jeweiligen Feind das Menschsein abgesprochen wird. Der Versuch, eine Legitimation zu schaffen, um „Muslime“ oder „Ungläubige“ zur Projektionsfläche von Hass und Gewalt machen zu können. Hier bekämpfen sich Zwillingsbrüder im Geiste. Und doch ist der Umgang mit ihnen im öffentlichen Diskurs unterschiedlich – das muss sich dringend ändern.
    Als Muslime nach islamistischen Terroranschlägen in die Verteidigungshaltung gingen und erklärten, der Terror habe nichts mit dem Islam zu tun, wurde zurecht moniert, ihnen fehle es an Kritikfähigkeit. In politischen Leitartikeln, in den Feuilletons, in der Politik wurde gefordert, sich kritisch mit der eigenen Religion zu beschäftigen. Anzuerkennen, dass eine bestimmte Koranexegese den Samen dafür lege, dass eine gewaltaffine und intolerante Lesart des Islams sich so rasant verbreiten konnte. Das war berechtigt. Tatsächlich können Muslime sich gegen die Vereinnahmung ihrer Religion durch Terroristen nur wehren, wenn sie eine theologisch fundierte Argumentation vorlegen, wie Passagen des Korans zu interpretieren sind, die sich mit Gewalt beschäftigen.
    Diejenigen muslimischen Strömungen, die das getan haben, haben keinen extremistischen Flügel. Für sie ist der Jehad in erster Linie ein Kampf gegen das eigene Ego. Der Koran, so erklären sie, beziehe sich auf einen Verteidigungskrieg, in dem es um den Erhalt der Glaubens- und Gewissensfreiheit ging und der historisch einzuordnen sei...weiterlesen hier:kenfm.de/standpunkte-•-das-hat-nichts-mit-unseren-medienmachern-zu-tun-podcast/
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    Category : Politik & Hintergründe

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