INSEL POEL: Kampf um Buckelwal Timmy! Unter den Helfern tobt Streit! Jetzt gibt es heftige Vorwürfe!
Videobeschreibung:
INSEL POEL: Kampf um Buckelwal Timmy! Unter den Helfern tobt Streit! Jetzt gibt es heftige Vorwürfe!
Der gestrandete Buckelwal vor Poel liegt wieder tiefer im Wasser, obwohl der Wasserstand gesunken ist – ein Ergebnis stundenlanger Schwerarbeit der Helfer. Doch wie geht es nun weiter?
Ein kräftig gesunkener Wasserstand macht den Helfern des gestrandeten Buckelwals in der Bucht der kleinen Ostsee-Insel Poel zu schaffen. Nachdem sie den ganzen Tag damit beschäftigt waren, Schlick unter dem tonnenschweren Tier abzusaugen und wegzublasen, lag es am Abend wie erhofft tiefer im Wasser. Das lindert seine Not, weil der Wal in zu flachem Wasser von seinem eigenen Gewicht erdrückt werden könnte.
In der Abenddämmerung fütterten Helfer den rund zwölf Meter langen Meeressäuger mit Makrelen. Das war vor allem als Animation gedacht, wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) zuvor gesagt hatte. Die Behörden werden über alle Schritte der privaten Rettungsinitiative informiert und entscheiden letztlich, was getan werden darf und was dem Tier nicht zugemutet werden sollte.
Niedrigwasser bleibt ein Problem
Das Niedrigwasser wird die Arbeit der Helfer weiter erschweren. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie sagt für Mittwoch erneut einen Wasserstand von bis zu 30 Zentimetern unter Normal voraus. Da der Wal nun in einer künstlich frei geblasenen Kuhle liegt, dürfte es für ihn umso schwerer werden, sich daraus wegzubewegen.
Um zu verhindern, dass der Wal noch weiter in den ausgedehnten Flachwasserbereich am Ausgang der Bucht gerät, sollten mit Sand gefüllte Säcke in seinem Rücken im Wasser platziert werden. Doch bis zum Einbruch der Dunkelheit war in Livestreams nichts davon zu sehen. Die Säcke, so schilderte Backhaus die Idee, sollten den Wal davon abhalten, sich noch weiter vom tiefen Fahrwasser wegzubewegen. In der Nacht davor war dies geschehen, wie der Minister erklärte. Rund 80 Meter habe sich der Wal unter dem Druck von Wind und Wellen «im Rückwärtsgang» bewegt.
Sender am Tier angebracht
Der Wal war – nachdem er drei Wochen an einer Stelle gelegen hatte – am Montagmorgen bei steigendem Wasserstand plötzlich losgeschwommen. Von Booten aus war versucht worden, ihn Richtung Ostsee zu treiben. Nach zwei Stunden stoppte das vermutlich erschöpfte Tier aber am Übergang der Bucht namens Kirchsee in die Wismarbucht, wo deutlich tieferes Fahrwasser Richtung Ostsee führt. Inzwischen wurde laut Backhaus ein Sender an dem Tier angebracht – wenn es sich also befreien und davonschwimmen sollte, könnte sein Weg verfolgt werden.
Ob es dazu kommt, ist offen. Backhaus sagte, der Wal sei kurzatmig und in einem kritischen Zustand, aber dennoch vital und habe eine Chance. Der Walforscher Fabian Ritter plädierte erneut dafür, das Tier in Ruhe zu lassen, um es nicht weiterem Stress auszusetzen.
Unterdessen verließen nach der gescheiterten Hilfsaktion vom Vortag mehrere Teammitglieder die private Initiative, teils nur zeitweise. Christiane Freifrau von Gregory, die als Pressesprecherin auftrat, trat zunächst zurück und begründete das damit, dass eine konstruktive und professionelle Zusammenarbeit unter den derzeitigen Rahmenbedingungen «für uns» nicht mehr möglich sei. Wenig später erklärte sie ihre Rückkehr. Unklarheiten seien geklärt worden.
Die leitende Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert wurde am Montag mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht, wie Backhaus sagte. Auch eine weitere Tierärztin fällt demnach aus. «Ich habe natürlich auch mit großer Sorge zur Kenntnis genommen, dass die aus Hawaii eingeflogene Tierärztin abgereist ist», sagte Backhaus am Morgen. Zuvor hatten Medien berichtet, dass Jenna Wallace wegen Differenzen im Team abgereist sei. Nach Angaben der Initiative beteiligt sich neu die Tierärztin Kirsten Tönnies.
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