Merkels PR-Mann soll jetzt Reiches Image retten – auf Steuerzahlerkosten | NIUS Live
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Fast neun Millionen Euro Steuergeld, damit Katharina Reiche sympathischer wirkt.
Dreiviertel aller Deutschen halten die Wirtschaftsministerin laut einer Forsa-Umfrage für eine Fehlbesetzung. Nur jeder Siebte ist zufrieden mit ihrer Arbeit. Die CDU-Politikerin gilt vielen als eisig, distanziert, unnahbar. Die Lösung? Bis zu 8,8 Millionen Euro aus der Staatskasse.
Der Stern hat enthüllt, dass Reiche bereits im Februar die Werbeagentur Scholz & Friends und das Kommunikationsunternehmen FGS Global engagiert hat. Der Vertrag läuft zunächst zwei Jahre zu je 2,2 Millionen Euro – und kann zweimal um ein Jahr verlängert werden. Und bei FGS Global arbeitet kein Geringerer als Joachim Koschnicke, einst PR-Architekt der Marke Merkel und Stratege hinter der asymmetrischen Demobilisierung, die das Land politisch eingeschläfert hat. Jetzt soll er die Marke Reiche retten.
Das Absurde daran: Reiche hat bereits 45 Mitarbeiter allein in den Bereichen Pressestelle, Öffentlichkeitsarbeit, Social Media und Online-Kommunikation. Und trotzdem kommen jetzt noch externe Agenturen obendrauf.
Die 630 Abgeordneten des Deutschen Bundestages haben gerade auf ihre Diätenerhöhung von 497 Euro monatlich verzichtet – angesichts wirtschaftlicher Stagnation und der Stimmung im Land. Das eingesparte Geld für den gesamten Bundestag für ein Jahr? Knapp 3,75 Millionen Euro. Reiches sicher gebuchte Kampagne für zwei Jahre? 4,4 Millionen Euro. Im schlimmsten Fall 8,8 Millionen – mehr als das Doppelte des Bundestags-Verzichts.
Und das alles von einer Ministerin, die eigentlich für Marktwirtschaft, Eigenverantwortung und einen schlanken Staat steht. Die in der FAZ die Energiewende knallhart kritisiert hat. Die sagt, der Staat solle sich raushalten – und dann staatliche Mittel nutzt, um ihr eigenes Bild aufzupolieren. Eine politische Symbolik, die verheerender kaum sein könnte.
Bei NIUS Live sprachen NIUS-Politikchef Ralf Schuler, NIUS-Reporter Julius Böhm und NIUS-Kolumnist Benedikt Brechtken mit Moderator Norbert Dobeleit über das Thema.
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