Benzinpreis-Erhöhung verboten! Was bedeutet das für Sie?
Videobeschreibung:
Wirtschaftsministerin Reiche verkündet, dass Tankstellen in Zukunft nur noch einmal am Tag den Preis erhöhen dürfen, aber beliebig oft senken. Ist das ein Segen für die Autofahrer oder ein schädlicher Markteingriff? Wir werfen hier einen spieltheoretischen Blick auf die Situation.
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►QUELLEN:
[2] https://x.com/bmwe_/status/2031706054422122933?s=46&t=alMHjwQZinXSbsxRyI5pJA
[3] Becker/Pfeifer/Schweikert 2021: Price Effects of the Austrian Fuel Price Fixing Act: A Synthetic Control Study
[4] Lea Bernhardt ·/ Xenia Breiderhoff ·/ Ralf Dewenter 2025: New Evidence on Price Effects of Transparency Regulations in European Fuel Markets
►WEITERE INFORMATIONEN VON TEAM RIECK:
Was passiert wirklich, wenn Tankstellen Preise nur einmal erhöhen dürfen?
1. Der „Regenschirm-Effekt“ (Warum es morgens teurer wird)
Stellen Sie sich vor, Sie gehen morgens aus dem Haus und dürfen den ganzen Tag nicht mehr zurück, um einen Regenschirm zu holen. Auch wenn es nur leicht bewölkt ist, werden Sie den größten verfügbaren Schirm mitnehmen – nur zur Sicherheit.
Genau das macht die Tankstelle: Da sie den Preis tagsüber nicht mehr anheben darf, selbst wenn der Ölpreis an der Börse explodiert, schlägt sie morgens einen Sicherheitspuffer drauf. Man setzt den Preis lieber „zu hoch“ an, weil man den Fehler später nicht mehr korrigieren kann.
2. Der „Sinkflug“ statt echtem Wettbewerb
Normalerweise bekämpfen sich Tankstellen gegenseitig, bis der Preis fast so niedrig ist wie der Einkaufspreis. Durch die neue Regel starten aber alle morgens auf einem künstlich hohen Berg. Der „Wettbewerb“ ist dann nur noch ein langsames Heruntergleiten von diesem Berg. Weil alle wissen, dass der andere sofort reagiert und um Mitternacht der „Reset-Knopf“ gedrückt wird und die Preise wieder springen, kämpft niemand mehr so hart um den absolut niedrigsten Preis wie in einem freien Markt.
3. Das „Gesetz als Dirigent“ (Das unsichtbare Kartell)
Normalerweise ist es verboten, dass sich Tankstellen absprechen („Morgen um 8 erhöhen wir alle!“). Das Gesetz übernimmt diesen Job jetzt unfreiwillig selbst. Es gibt allen Tankstellen einen Takt vor. Wenn das Gesetz sagt: „Ihr dürft nur einmal erhöhen“, wissen alle Betreiber ohne ein einziges Wort: „Okay, wir machen das alle gleichzeitig um Mitternacht.“ Das Gesetz wirkt wie ein Dirigent, der dafür sorgt, dass alle im gleichen (hohen) Rhythmus spielen.
4. Die Falle der totalen Transparenz
Dank Apps wissen wir immer, wo es billig ist. Aber das wissen die Tankstellen auch! Wenn eine Tankstelle den Preis senkt, um Kunden zu locken, sieht der Nachbar das sofort auf seinem Monitor und zieht nach.
Das Problem: Weil die erste Tankstelle weiß, dass ihr Preisvorteil durch die App sofort vernichtet wird, senkt sie den Preis erst gar nicht so stark. Die totale Überwachung führt dazu, dass sich keiner mehr traut, aus der Reihe zu tanzen.
5. Die Einbahnstraßen-Angst
Preise senken ist wie das Fahren in eine Einbahnstraße: Man kommt nicht mehr zurück. Wenn eine Tankstelle den Preis stark senkt und dann merkt, dass der Nachschub plötzlich teurer wird, sitzt sie in der Falle – sie darf ja nicht mehr erhöhen. Das Ergebnis? Die Betreiber werden vorsichtig und geizig bei Preissenkungen. Sie bleiben lieber auf einem sichereren, höheren Niveau stehen.
Ein Blick über den Tellerrand: Cloud-Computing und Server
Das Prinzip gilt überall: Stellen Sie sich vor, Anbieter wie Amazon oder Google dürften die Preise für ihre Server-Miete nur einmal am Tag erhöhen.
Die Folge: Es gäbe keine supergünstigen Schnäppchen-Preise für kurze Zeiträume mehr.
Anbieter würden stattdessen eine hohe „Grundgebühr“ für alle verlangen, um sich gegen Überraschungen abzusichern. Am Ende zahlen alle Nutzer mehr, nur damit der Preis auf dem Papier „stabiler“ aussieht.
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Verantwortlich für Inhalt: Prof. Dr. Christian Rieck












