Peter Raue zum 85. im Salon Schinkelplatz: „Ich habe mir mein eigenes Reich gesucht“
Videobeschreibung:
Im Salon Schinkelplatz spricht Gastgeber Manuel Koch mit Peter Raue über ein Leben zwischen Kunst, Recht und Berlin. Gleich zu Beginn macht er klar: „Ich liebe die Kunst und meinen Beruf.“ Gleichzeitig wird er nachdenklich: „Ob du die nächste Hürde nimmst, wird immer fraglicher mit jedem Jahr.“
Kurz nach dem Mauerbau kommt er 1961 nach Berlin: „Berlin war eine vollständig andere Welt.“
Auch spektakuläre Fälle wie der Berghain-Prozess werden thematisiert: „Ich war eine Nacht dort, um zu verstehen, was da eigentlich geschieht.“ Sehr persönlich wird es beim Blick auf seine Familie: „Meine Beziehung zu meinem Vater war eine einzige Katastrophe.“
Sein Wunsch für die Zukunft bleibt schlicht: „Ich würde gern noch ein bisschen hier bleiben dürfen.“
Der gesamte Talk von Salon-Gastgeber Manuel Koch und mehr Infos zum Salon Schinkelplatz auf https://www.salon-schinkelplatz.de
Echte Werte: Der Salon Schinkelplatz wird unterstützt von https://www.proaurum.de
Manuel Koch wurde eingekleidet von https://brummer-berlin.de
THEMEN DES TALKS:
01:34 min. Mit 85 Superstar der Berliner Kunstszene?
„Ich liebe die Kunst und meinen Beruf.“
„Ob du die nächste Hürde nimmst, wird immer fraglicher mit jedem Jahr. Das macht einen nachdenklich.“
02:35 min. „Wieder ein Tag weniger – jedes Aufwachen ist wieder ein Tag weniger“
03:15 min. Wie ist die Kunst ins Leben gekommen? „1956 die Picasso-Ausstellung in München“
05:10 min. „Das war ein Gebiet, das mir ganz allein gehört hat. Ich war kein guter Schüler, Sport war nicht meine Stärke und zu Hause war es nicht so überglücklich.
06:45 min. Page in Hamburg. Umzug nach Berlin. „14 Tage nach dem Mauerbau war ich 1961 in Berlin“
09:07 min. „Berlin war eine vollständig andere Welt. Man konnte Tag und Nacht in die Kneipen gehen. Es war eine aufregende Zeit. Man lernte sich schnell kennen. Da hast du mit Hödicke Baselitz zusammengesessen.“
11:45 min. „Wir sind 80 Anwälte und Anwältinnen – davon sind die Hälfte Partner. Das ist ein wahnsinniges Glück für mich.“
13:15 min. Fliege und Fahrrad – woher kommt die Energie?
„Ich bin nach wie vor neugierig. Wenn ich Mahlers 8. höre, bin ich ein anderer Mensch danach.“
15:17 min. Bekannte Prozesse: Berghain-Fall
„Ich war eine Nacht dort, um zu verstehen, was da eigentlich geschieht. Es ist viel harmloser, als ihr glaubt. Wenn so ein DJ auflegt, dann hat er ein Programm.
17:20 „Der Finanzbeamte meinte, dass die Leute im Berghain erregt sind. Da hab ich gesagt, wenn ich Mahlers 8. höre, bin ich auch erregt.“
19:30 min. Fall-Beispiel: Der Penis von Ex-BILD-Chef Kai Diekmann
21:10 min. Mr. MoMA
„Wir hatten 1,2 Millionen Besucher. Wir hatten Tag und Nacht geöffnet.“
28:28 min. Vorsitzender des Freundeskreises der Neuen Nationalgalerie
„Es ist ein großes Vergnügen“
„Wir hatten die richtige Idee, 1000 DM Mitgliedsbeitrag zu Verlagen. Das gabs in Deutschland noch nicht. Ich hab immer das Motto gesagt, ich hab lieber 100 Leute die 1000 Euro zahlen, als 1000 Leute die 100 Euro zahlen. Das lief wunderbar. Heute sind wir 1500 Mitglieder und sind mit Abstand der größte Geldgeber für die vier Häuser.“
32:30 min. Berlin Modern
„Ich fand die Entscheidung Gold richtig. Es wird schön werden und wir werden uns daran gewöhnen“
34:145 min. Politische Ambitionen?
35:30 min. Wie ist die Kunstsammlung privat und in der Kanzlei entstanden?
„Ich muss immer mehr von dem Künstler sehen. Was bewegt den Künstler. Sehr häufig hatte ich Kontakt und Freundschaften mit den Künstlern. Es war nie ein Sammlungskonzept. Mit 80 hab ich beschlossen, das war mein letztes Bild. Diesen Schwur hab ich nicht ganz eingehalten.“
37:50 min. Tochter Rebecca Raue auch Künstlerin
39:16 min. Irgendwann mal selbst gemalt?
40:00 min. Mode – eine Schleife/ Fliege binden
41:30 min. Zuschauerfrage: Elternhaus
„Eine sehr schwierige Frage und kein erfreuliches Kapitel. Ich bin 1941 geboren und hab immer den Namen Peter Raue getragen. Meine Beziehung zu meinem Vater war eine einzige Katastrophe. Er hat dafür gesorgt, dass ich mir mein eigenes Reich suchte. Als ich 35 Jahre alt wurde und heiraten wollte, wurde mir von meinen Eltern erklärt, dass ich ein uneheliches Kind war und mein Vater Halbjude war.“
„Vieles was ich an Lust habe zu gestalten, hängt vielleicht damit zusammen, dass ich meinen Eltern immer noch beweisen möchte, dass ich so blöd nicht bin, wie sie geglaubt haben.“
46:30 min. Leiblicher Vater „Sehr berührende Begegnungen“
47:45 min. Zuschauerfrage: Wird es ein Buch geben?
„Eine Autobiographie interessiert keinen Menschen. Vielleicht würde ich mal über die Familiengeschichte nachdenken.“
49:29 min. Zuschauerfrage: Besondere Tierwelt?
„Ich habe hunderte Pinguine zu Hause. Es gibt einen Pinguin im Zoo, der Peter Raue heißt.“
52:00 min. Verhältnis zu Thomas Bernhard
„Ich kenne alle Theaterstücke“
55:25 min. Wünsche und Ziele für die nächsten Jahren
„Ich würde gern noch ein bisschen hier bleiben dürfen und würde gerne noch ein wenig arbeiten. Ziele eigentlich nicht“
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