IRAN-KRIEG: Brisant! Vor der Verhandlung! „Wir hören von beiden Seiten scharfe Töne, muss man sagen“
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IRAN-KRIEG: Brisant! Vor der Verhandlung! „Wir hören von beiden Seiten scharfe Töne, muss man sagen“
Die Unterhändler aus den USA und dem Iran wollen über eine dauerhafte Beilegung ihres Konflikts sprechen. Beide Seiten kommen mit langen Wunschlisten nach Islamabad. Kann so eine Einigung gelingen?
Unmittelbar vor Beginn der geplanten Friedensgespräche in Pakistan zwischen den USA und dem Iran haben beide Kriegsparteien auf ihren jeweiligen Forderungen beharrt. Der Iran machte seine Teilnahme an den Verhandlungen in der Hauptstadt Islamabad unter anderem von einem Ende der israelischen Angriffe im Libanon abhängig. US-Präsident Donald Trump drohte seinerseits bereits mit neuen Attacken auf den Iran, falls sich Teheran nicht auf die US-Forderungen einlassen sollte.
Die von Vizepräsident JD Vance geführte US-Delegation und die iranischen Unterhändler unter der Leitung von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf stehen vor schwierigen Verhandlungen. Der Zeitplan und das Format der Verhandlungen waren zunächst noch nicht ganz klar:
* Erste Gespräche dürften wohl indirekt stattfinden, mit Pakistan als Vermittler zwischen den beiden Seiten. So war es etwa zuletzt auch bei den vom Oman vermittelten Atomgesprächen gewesen.
* Sollte es Fortschritte geben, könnte es auch zu direkten Verhandlungen kommen. Mit Vance als Leiter der US-Delegation würden die Gespräche den ranghöchsten direkten Austausch mit der Islamischen Republik seit geraumer Zeit darstellen.
* Auch eine Verlängerung der Verhandlungen auf den Sonntag soll Medienberichten zufolge bei Fortschritten möglich sein.
UN-Chef: USA und Iran sollten Chance nutzen
UN-Generalsekretär António Guterres rief die Unterhändler beider Kriegsparteien dazu auf, sich ernsthaft um eine dauerhafte Beilegung des Konflikts zu bemühen. Sie müssten die Gespräche in Pakistan als Chance nutzen, «um sich in gutem Glauben um eine dauerhafte und umfassende Einigung zu bemühen», sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric.
Die Ausgangslage
Im Laufe der Jahre und unter wechselnden US-Präsidenten gab es mit dem Iran immer wieder Verhandlungen um Teherans umstrittenes Atomprogramm. Die Gespräche zogen sich jeweils sehr lange hin. Nach gut fünf Wochen Krieg ist die Ausgangslage nun eine andere:
* Die USA und Israel haben im Iran Tausende Ziele angegriffen, das Land militärisch massiv geschwächt und einen Teil der Führungsriege getötet. Trump meint deswegen, die USA hielten jetzt alle Trümpfe in der Hand. «Der einzige Grund, warum sie heute noch am Leben sind, ist, um zu verhandeln!», schrieb Trump etwa am Freitag.
* Die neue Führung in Teheran sieht sich vor den Gesprächen ebenfalls in einer Position der Stärke: Das Machtsystem der Islamischen Republik ist weiter intakt und die US-Verbündeten am Persischen Golf mussten schmerzhafte Gegenangriffe verkraften. Vor allem kontrolliert der Iran weiterhin die für die globale Energieversorgung entscheidende Straße von Hormus – und hält damit die Weltwirtschaft in Atem. Aus iranischer Sicht steht Washington auch deswegen unter Zeitdruck.
Die Streitpunkte
Selbst, wenn manche Maximalforderungen nur als Verhandlungstaktik dienen sollten, liegen die Positionen der beiden Kriegsparteien weit auseinander.
* Zu den größten Konfliktpunkten zählt Irans Blockade der Straße von Hormus. Der Iran beansprucht die Kontrolle der Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman und plant die Einführung eines Mautsystems. Die USA hingegen fordern eine freie und sichere Durchfahrt von Schiffen ohne Gebühr – wie es auch vor dem Krieg der Fall war.
* Zudem verlangt Washington die Herausgabe von mehr als 400 Kilogramm hoch angereicherten Urans und die Einstellung des iranischen Atomprogramms. Washington will dem Iran auch eine Begrenzung seines Programms zur Entwicklung ballistischer Raketen auferlegen.
* Der Iran wiederum fordert die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte sowie Reparationszahlungen für die während des Kriegs entstandenen Schäden. Zudem verlangt Teheran die Aufhebung sämtlicher Sanktionen, eine Garantie, dass es nicht mehr zu Angriffen kommen wird und einen Abzug von US-Soldaten aus dem Nahen Osten.
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