Lilith: Adams Erste Frau, die aus der Bibel gelöscht wurde
Videobeschreibung
Im Jahr 1896 entdeckte ein rumänischer Gelehrter in einer versiegelten Kammer im alten Kairo ein Manuskript aus dem 10. Jahrhundert.
Es enthielt eine Geschichte, die in keiner Bibel der Welt zu finden ist.
Vor Eva — so der Text — hatte Adam eine andere Frau. Sie war ihm in allem ebenbürtig. Und als er verlangte, sie solle sich ihm unterwerfen, sprach sie den geheimen Namen Gottes aus und verließ den Garten Eden.
Ihr Name war Lilith.
Dies ist die Geschichte einer Figur, die viertausend Jahre überlebte — versteckt in babylonischen Tontafeln, hebräischen Manuskripten, kabbalistischen Texten und Amuletten über jüdischen Wiegen. Eine Figur, die zwei großen Bibelübersetzungen zum Opfer fiel, aber die Kunst, die Literatur und die Theologie immer wieder zurückrief.
Vom mesopotamischen Sturmgeist Lilītu zur Schlange mit Frauenkopf an der Decke der Sixtinischen Kapelle. Vom Hammer der Hexen bis zu Goethes Walpurgisnacht. Vom Hexenscheiterhaufen bis zur feministischen Theologie des 21. Jahrhunderts.
Eine Frau, die nicht gehorchen wollte. Und eine Tradition, die nicht entscheiden konnte, ob sie ein Dämon oder ein Symbol war.
Diese Geschichte beginnt nicht in Jerusalem. Sie beginnt in Sumer, dreitausend Jahre vor Christus.
⏱️ KAPITEL
Die Geniza von Kairo
Die Entdeckung, die nicht existieren durfte
Der Name vor dem Namen (Mesopotamien, 2000 v.Chr.)
Der verschluckte Vers — Jesaja 34:14
Der Talmud, die Mystiker und die Nacht
Das Bild, das überlebte — Kunst und Amulette
Die Dämonisierung — als die Weigerung zum Bösen wurde
Die Narben, die überlebten — Lilith in der Moderne
Nachhall
📚 QUELLEN UND LITERATUR
Bril, Jacques. Lilith oder Die dunkle Frau. Aus dem Französischen übersetzt. Solothurn: Walter, 1996.
Ehrman, Bart D. Bekenntnisse eines Bibel-Detektivs: Christliche Wahrheiten auf dem Prüfstand. Aus dem Englischen übersetzt. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 2009.
Frenschkowski, Marco. Die Hexen: Eine kulturgeschichtliche Analyse. Wiesbaden: Marix, 2012.
Hutter, Manfred. „Lilit.“ In Lexikon der Religionen, herausgegeben von Hans Waldenfels. Freiburg: Herder, 2008.
Hurwitz, Siegmund. Lilith — Die erste Eva: Eine Studie über dunkle Aspekte des Weiblichen. Einsiedeln: Daimon, 1980.
Janowski, Bernd, und Gernot Wilhelm, Hg. Texte aus der Umwelt des Alten Testaments. Mehrere Bände. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 2004–2015.
Keel, Othmar, und Christoph Uehlinger. Göttinnen, Götter und Gottessymbole: Neue Erkenntnisse zur Religionsgeschichte Kanaans und Israels aufgrund bislang unerschlossener ikonographischer Quellen. Freiburg: Herder, 1992.
Levi, Primo. Lilith und andere Erzählungen. Aus dem Italienischen übersetzt von Joachim Meinert. München: Carl Hanser, 1992.
Patai, Raphael. Die hebräische Göttin. Aus dem Englischen übersetzt. Berlin: Königshausen & Neumann, 2006.
Schäfer, Peter. Weibliche Gottesbilder im Judentum und Christentum. Tübingen: Mohr Siebeck, 2008.
Scholem, Gershom. Die jüdische Mystik in ihren Hauptströmungen. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1957.
Schwartz, Howard. Tree of Souls: The Mythology of Judaism. New York: Oxford University Press, 2004.
Stuckrad, Kocku von. Geschichte der Astrologie: Von den Anfängen bis zur Gegenwart. München: C. H. Beck, 2003.
Stuckrad, Kocku von. Was ist Esoterik? Kleine Geschichte des geheimen Wissens. München: C. H. Beck, 2004.
Trzcionka, Silke. Magic and the Supernatural in Fourth Century Syria. London: Routledge, 2007.
Zinguer, Ilana, ed. La femme dans la pensée juive de la Bible à nos jours. Leiden: Brill, 1999.
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