Tod von Zugbegleiter nach Faustschlägen – Prozess gestartet
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Vor dem Landgericht Zweibrücken hat am Mittwoch der Prozess um den gewaltsamen Tod des Zugbegleiters Serkan Calar begonnen. Angeklagt ist ein 26-jähriger griechischer Staatsangehöriger. Er soll Anfang Februar in einem Regionalexpress den 36-jährigen Bahnmitarbeiter im Zuge einer Fahrkartenkontrolle mit Faustschlägen attackiert und bewusstlos geschlagen haben. Calar starb zwei Tage später an einer Hirnblutung.
Laut Staatsanwaltschaft handelte der Angeschuldigte „aus Verärgerung über eine alltägliche Ticketkontrolle“. Die Strafverfolger erhoben zunächst Anklage wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen. Das Landgericht Zweibrücken folgte im Zuge der Anklageprüfung der Darstellung der Staatsanwaltschaft nicht und eröffnete das Hauptverfahren lediglich wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Der Strafrahmen für diesen Tatbestand sieht eine Freiheitsstrafe zwischen drei und 15 Jahren vor. „Nach Aktenlage sah das Gericht keine hinreichenden Anhaltspunkte für einen Tötungsvorsatz des Angeklagten“, sagte Gerichtssprecherin Corinna Zellmann.
Der Anwalt der Familie des Getöteten, Yalcin Tekinoglu, kritisierte das. „Die Angehörigen wünschen sich über diese Tat hinaus, dass Gewalt gegen Bedienstete aufhört, dass Bedienstete bei der Deutschen Bahn, dass die ehemaligen Kolleginnen und Kollegen von Serkan Çalar in Zukunft besser geschützt werden, dass potenzielle Täter in Zukunft davon abgeschreckt werden, dass sie wissen, dass bei solch einer Tat auch durchaus Mord im Raum steht und dass man nicht mit einer relativ leichten Verurteilung nur wegen Körperverletzung mit Todesfolge davonkommt und dass man dann vielleicht schon nach kurzer Zeit, vielleicht schon nach anderthalb Jahren dann aus der Haft entlassen wird und milde bestraft wird.“
Die Tat hatte bundesweit für Aufmerksamkeit und Betroffenheit gesorgt und zu einer Debatte um zunehmende Gewalt gegenüber Bahnpersonal geführt. Nach Angaben der Deutschen Bahn wurden im Jahr 2025 mehr als 3.000 Angriffe auf Mitarbeitende registriert. Vor diesem Hintergrund hielt der Konzern im selben Monat einen sogenannten Sicherheitsgipfel ab.
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