Trump Grönland Deal ❌ Ende Migrationskrise USA & EU ❌
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Grönland-Deal, Bodenschätze – und das verdrängte Kapitel der Zwangsverhütung
Die Idee eines großen geopolitischen Deals wirkt auf den ersten Blick kühl kalkuliert: Geld für Menschen, Ressourcen für Staaten, Ordnung für Migration. In der Summe ein „Win-Win-Win“. Doch wer über Grönland spricht, darf die Geschichte nicht ausblenden – insbesondere das Verhältnis zu Dänemark und die bis heute offenen Wunden.
Der vorgeschlagene Ansatz rechnet nüchtern: Rund 57.000 Grönländer würden je eine Million Dollar erhalten; Dänemark bekäme ein Vielfaches als Ausgleich. Für die USA stünden Rohstoffe von enormem Wert im Raum, ein sofort wirtschaftlich nutzbarer Teil, strategische Militärpräsenz in der Arktis – und eine umfassende Lösung der Migrationsfrage durch die Bündelung von Abschiebeflüchtlingen in einem abgegrenzten Gebiet mit Rückkehroptionen per Shuttle. Politisch ließe sich das als Gesamtpaket verkaufen: Wohlstand für die Bevölkerung, Einnahmen für Kopenhagen, Sicherheit und Ressourcen für Washington, Entlastung für Europa. Ein Deal, der dem transaktionalen Politikstil von Donald Trump entspricht.
Doch genau hier liegt der entscheidende Punkt: Warum ist die Skepsis vieler Grönländer gegenüber Kopenhagen so tief? Weil Grönland jahrzehntelang kolonial verwaltet wurde – und weil es in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu massiven Eingriffen in die Selbstbestimmung kam. Besonders gravierend ist der sogenannte Spiralen-Skandal: Tausenden grönländischen Frauen und Mädchen wurden in den 1960er und 1970er Jahren ohne informierte Zustimmung Verhütungsspiralen eingesetzt. Teilweise betraf dies Minderjährige. Ziel war die Kontrolle des Bevölkerungswachstums. Für die Betroffenen bedeutete das Schmerzen, gesundheitliche Schäden, teils Unfruchtbarkeit – und einen tiefen Vertrauensbruch. Der dänische Staat hat dieses Kapitel inzwischen als dunkles Unrecht anerkannt, Entschuldigungen ausgesprochen und Entschädigungen auf den Weg gebracht. Die Aufarbeitung läuft.
Wer heute über Souveränität, Kaufangebote oder Großlösungen spricht, muss diese Geschichte mitdenken. Geld allein heilt keine strukturellen Verletzungen. Jede Zukunftsentscheidung für Grönland braucht echte Zustimmung, Transparenz und Respekt vor der Selbstbestimmung. Ein großer Deal kann nur dann legitim sein, wenn er nicht erneut über Köpfe hinweg beschlossen wird – sondern aus freien Entscheidungen der Menschen vor Ort entsteht.
Verantwortlich für Inhalt: Dirk Muchow















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